Der gläserne Bewerber – Bewerbungsverfahren im digitalen Zeitalter

Es ist nichts Neues, dass Arbeitgeber die Aktivität ihrer Bewerber auf sozialen Netzwerken verfolgen, um herauszufinden, ob sie für eine Stelle geeignet sind. Neu ist allerdings, dass Programmierer einen Algorithmus umgesetzt haben, der einen einfach vergleichbaren Social-Media-Beliebtheitsgrad berechnet.

Diese Bewertung, Klout-Score genannt, ist eine Nummer zwischen 0 (ein digitaler Niemand) und 100 (hat viele einflussreiche Beziehungen). Der Algorithmus berücksichtigt drei Faktoren:
1. Quanität der digitalen Beziehungen, d.h. Wie viele Freunde, Follower oder Subscriber jemand hat
2. die Macht der Mobilisierung, d.h. wie viele Leute deine Posts teilen, kommentieren oder auf “Gefällt mir” klicken
3. die Qualität deines Netzwerks, d.h. wie einflussreich deine Kontakte sind
Jeder Benutzer von sozialen Netzwerken wird bewertet – ob er will oder nicht. Der Klout-Score deines Twitter-Accounts, zum Beispiel, ist für jeden zugänglich, außer du lehnst diese Datensammlung explizit ab.

Warum kümmert es Firmen, was in der digitalen Welt passiert?
Kritik einer einflussreichen Person über ein Produkt oder eine Firma verbreitet sich schnell und kann dem Image eines Unternehmens schaden. Andererseits ist Lob von mächtigen Leuten die effektivste Art von Werbung. Wenn ein Unternehmen herausfinden kann, wer den meisten Einfluss hat, wird es diesen Personen Gratisproben oder Geschenke geben – und Mundpropaganda erledigt den Rest.

All diese Berechnungen und Bewertungen scheinen vielleicht abschreckend, aber sie können uns etwas lehren: Wähle die Informationen, die du auf sozialen Netwerken teilst und die Personen, mit denen du sie teilst, mit Bedacht. Bevor du ein neues Bild oder eine Nachricht veröffentlichst, denk darüber nach: Wäre es dir unangenehm, wenn dein zukünftiger Arbeitgeber oder Vorgesetzter das sieht?

Heißt das, unsere Persönlichkeit ist wichtiger als Wissen und Fähigkeiten? Ein weiterer neuer Trend lässt darauf schließen: Persönlichkeitstests zur Auswahl von Bewerbern. Das Hauptproblem dabei ist, dass es keine standardisierte Testmethode gibt und die Antworten auf viele Arten interpretiert werden können, was zu einem Verlust von Objektivität und Vergleichbarkeit führt. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es nicht allzu schwierig sei, seine Antworten entsprechend zu manipulieren, sobald man herausgefunden habe, welche Persönlichkeitsmerkmale sich eine Firma von einem Bewerber erwarte. Werden mehrere Fragen zur Risikobereitschaft gestellt? Das bedeutet wahrscheinlich, dass die Firma jemand Offensiven und Risikofreudigen sucht.

Manche behaupten, dass die Fähigkeit, den Test laut den Erwartungen des Arbeitgebers zu manipulieren, bereits zeige, dass man die notwendige Anpassungsfähigkeit mitbringe. Dein Chef wird allerdings enttäuscht sein, wenn deine wahre Persönlichkeit sich stark von deinen angeblich ehrlichen Antworten unterscheidet. Auch du wirst mit der Stelle unzufrieden sein, wenn du ständig vorgeben musst, jemand anders zu sein.

Präsentiere dich bestmöglich, aber lüge nie, nur um jemanden zu beeindrucken. Gib nicht vor, eine komplett andere Person zu sein – das verschafft dir vielleicht den Job, wird aber schließlich nach hinten losgehen.

Kenntnisse sollten immer der entscheidende Faktor bei der Entscheidung, wer eingestellt wird, bleiben. Nach bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen zu suchen – sei es durch die Analyse sozialer Netzwerke oder Persönlichkeitstests – kann allerdings einige Vorteile bringen. Ein Team, dessen Mitglieder auf die gleiche Weise denken und arbeiten, wird besser zusammenarbeiten und effizienter sein. Angestellte, die sich mit dem Image des Unternehmens identifizieren, werden zufriedener mit ihrer Stelle sein und mehr Motivation zeigen, die Firma zu repräsentieren und Werbung für sie zu machen.

Praktika: Training vor dem Marathon

Niemand steht am Morgen auf und absolviert einen kompletten Marathon ohne vorheriges Training. Um dieses Ziel zu erreichen, ist einige Zeit an konstantem Training notwendig. Dasselbe gilt für den Arbeitsmarkt: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dein erster Job eine Führungsposition in einer bekannten Firma sein wird. Du musst kleine Schritte machen, um dieses Ziel irgendwann zu erreichen. Der erste Schritt ist deine schulische und akademische Ausbildung: die Schule oder Universität geben dir den theoretischen Rahmen und das Wissen, das du in deinem Berufsfeld brauchst. Allerdings hat noch niemand einen Marathon gewonnen, nachdem er oder sie nur einige Bücher über die richtige Lauftechnik gelesen hat. Praktische Erfahrung und Training sind essentiell, und genau das kann dir ein Praktikum bieten.

Egal, ob du ein Praktikum absolvierst oder für einen Marathon trainierst, du wirst verschiedene Phasen durchlaufen.

Zuerst wird alles neu und spannend sein. Sowohl das Lauftraining als auch das Praktikum sind zu Beginn anstrengende Unternehmungen, da du nicht an die körperlichen und geistigen Anforderungen gewöhnt bist, aber die positiven Aspekte überwiegen die negativen. Du bist wissbegierig und möchtest Fortschritte machen, aber bist möglicherweise ein wenig verwirrt, weil dir noch nicht ganz klar ist, was deine Aufgaben sind. Was das Laufen betrifft, hast du vielleicht noch nicht die richtige Technik entdeckt.

Früher oder später wirst du zur zweiten Phase übergehen. Das ist der kritische Zeitraum, in dem viele aufgeben oder meinen, ihr Ziel sei es nicht wert, dafür zu kämpfen. Das Laufen ist mittlerweile zu einer Gewohnheit geworden. Anders als in den ersten Tagen oder Wochen machst du keine großen Fortschritte mehr, aber gleichzeitig bist du noch weit davon entfernt, einen Marathon laufen zu können. Dasselbe kann in einem Arbeitsumfeld passieren, nachdem die anfängliche Aufregung sich legt und sich eine gewisse Routine einschleicht. Nun ist es wichtig, nicht zu vergessen, wie viel Fortschritt du bereits gemacht hast. Vor einigen Wochen warst du unsportlich oder hattest wenig praktische Erfahrung in deiner Studienrichtung. Vielleicht hilft es dir, eine Liste über all die kleinen Schritte, die du bewältigst, zu erstellen. Mach dir zum Beispiel Notizen, wenn du es schaffst, ein paar Meter mehr als am Tag zuvor zu laufen, ein Problem zu lösen oder ein neues Wort oder einen neuen Ausdruck zu lernen. Bald wirst du bemerken, dass sich diese kleinen Erfolge summieren und deinen Glauben, dass du keinen Fortschritt machst, widerlegen. Verlier aber nicht dein Ziel aus den Augen, während du auf deine Erfolge zurückblickst. Denk daran, weshalb du in erster Linie mit dem Training oder Praktikum begonnen hast.

Sobald du die schwierige zweite Phase überwunden hast, scheint dein Ziel viel näher gekommen zu sein, aber es zu erreichen wird dich noch einiges an Anstrengung kosten. Das wird dich motivieren und du wirst deine Arbeit oder dein Training wieder lieben lernen, da du nun zuversichtlich bist. Du weißt, wie du deine Aufgaben bewältigen und Probleme lösen kannst. Schlechte Tage, an denen etwas schiefläuft oder du nicht deinen Erwartungen gerecht wirst, wird es noch immer geben, aber sie werden dich nicht entmutigen, da du nicht mehr so schnell an deinen Fähigkeiten zweifelst.

Nun bist du bereit für deinen großen Tag: den Marathon, oder das Jobinterview.
Denk an all die harte Arbeit oder Übung, die du in den letzten Wochen investiert hast. Am wichtigsten aber ist: Sei selbstbewusst. So wirst du schließlich die Ziellinie überqueren, oder in anderen Worten, deinen Traumjob bekommen.

Wie man eine positive Einstellung bei der Arbeit entwickelt

Im Arbeitsumfeld guter Laune zu sein ist sehr wichtig, denn deine Leistung und dein Erfolg hängen davon ab, wie du dich fühlst, und das kann schließlich auch deinen Karriereweg beeinflussen. Zu wissen, wie man eine positive Einstellung entwickelt, ist eine sehr wichtige Fähigkeit, aber manche haben Schwierigkeiten dabei. Hier sind einige Tipps, die dir helfen, eine positive Einstellung zu gewinnen und dein Arbeitsleben einfacher zu machen:

1. Vergiss nicht, dass du stark bist.
Wir spielen Rollen und verstecken unser wahres Selbst, indem wir uns mit Konzepten identifizieren, die schließlich definieren, wer wir glauben zu sein: Ich bin ein Doktor, ein Verkäufer, eine Sekretärin, ein Richter; Ich bin traurig, glücklich, einsam, unglücklich. Ich bin zornig, eifersüchtig, ängstlich und ich kann nichts dafür – so bin ich nun mal.
Die Wahrheit aber ist, dass wir keins dieser Dinge sind. Wir sind wichtiger als die Schubladen, in die wir uns stecken. Wir sind nicht unsere Berufe. Wir sind nicht unsere Gefühle. Wir sind nicht einmal unser Denken.
Was wir sind ist viel größer, besser, wichtiger und myteriöser als unser konzeptuelles Denken uns erlaubt, uns vorzustellen. Das heißt, wir sind viel stärker als wir glauben zu sein.

2. Begegne dem Leben mit offenen Armen und genieße es
Empfange jeden Moment deines Lebens freudig, egal, ob er Hindernisse oder Möglichkeiten bringt. Beschwere dich nicht über banale Dinge, sondern konzentriere dich auf das, was wirklich wichtig für dich ist. Das Leben erscheint hart und unfair, wenn wir beschließen, uns nur zu beschweren, statt etwas zu ändern. Sei zuversichtlich und hab keine Angst davor, Risiken einzugehen, denn am Ende deines Lebens wirst du die Dinge bereuen, die du nicht getan hast, und nicht die, die du getan hast.

3. Kontrolliere deine Reaktionen
Wir haben alle unsere Probleme und werden oft von Umständen herausgefordert, die nicht in unserer Kontrolle liegen. Auch wenn du nicht beeinflussen kannst, was passiert, kannst du auf jeden Fall deine Reaktion auf diese Situationen kontrollieren. Wenn du effektiv und verantwortungsbewusst reagierst, könnte dein Boss dich belohnen und das könnte für deinen Karriereweg nützlich sein. Versuch also, deine persönlichen und arbeitsbezogenen Probleme voneinander zu trennen und bleib so positiv wie möglich.

4. Glaub an dich
Wir nehmen die Meinung anderer über uns viel zu ernst. Es ist egal, was andere über dich sagen, außer du stimmst ihnen zu. Gib darauf Acht, wie du dich selbst siehst, denn niemand kennt dich besser als du. Glaub stets daran, dass du alles erreichen kannst und setze dir hohe Ziele. Wie Dr. Seuss einmal sagte: “You have brais in your head. You have feet in your shoes. You can steer yourself in any direction you choose.” (Du hast ein Gehirn und zwei gesunde Füße, also kannst du in jede beliebige Richtung gehen.) Wenn nicht einmal du an dich glaubst, wie sollen andere es tun?

5. Bleib ruhig
Wenn jemand negative Anmerkungen zu deiner Arbeit macht, reagierst du vielleicht negativ, ärgerst dich über die anderen und bestrafst dich am Ende wegen ihres schlechten Verhaltens selbst. Versuche, nicht die Kontrolle zu verlieren, denn nur du bist für deine Handlungen verantwortlich und du wirst die Konsequenzen tragen müssen. Wenn es schwierig ist, ruhig zu bleiben, erinnere dich: am Ende bist du der Verlierer, wenn du die Lektion nicht lernst.

6. Lebe im Jetzt und Hier
Sei zufrieden damit, wo du jetzt bist und zögere dein Glücklichsein nicht hinaus, nur weil du auf den richtigen Moment wartest. Manchmal ist der Weg wichtiger als das Ziel selbst.
Nicht jeder ist heute morgen aufgewacht und nicht jeder wird heute Abend schlafen gehen. Im Leben gibt es keine Garantie, also solltest du im Moment leben und deine Reise durchs Leben genießen. Es ist nicht immer einfach – eigentlich sogar eher schwierig – aber du bist es, der die Entscheidungen über dein Leben trifft.

Diese Tipps betreffen alle eine positive Einstellung im Leben allgemein, aber wenn du in deinem Privatleben die Balance findest, ist es so viel einfacher, auch bei der Arbeit positiv gestimmt zu sein. Mit anderen Worten: Schaffe Balance in deinem Privatleben, dann wird es dich weniger Anstrengung kosten, dasselbe in der Arbeit zu tun.

Ein einmaliges Erlebnis

Bevor sie die Universität oder ähnliche Bildungseinrichtungen besuchen, genießen die meisten Jugendlichen den Schutz ihrer Familie. Sie sind oft naiv und können sich nicht ausmalen, was das Leben für sie in ein paar Jahren bereithalten wird. Erst an der Universität wird man sich selbst überlassen und sammelt Erfahrungen für seinen perfekten zukünftigen Job. Zu diesem Zeitpunkt ist man bereits unabhängiger und sich bewusst, dass jeder Schritt im Leben wichtig sein kann. Obwohl die meisten generell mit demselben Vorwisen an der Universität ankommen, trennen sich die Wege von dort an.

Neben- oder Gelegenheitsjobs
Studenten müssen oft neben ihrer Universitätsausbildung arbeiten, um für sich selbst sorgen zu können. Diese Arbeitserfahrung vor dem Universitätsabschluss ist selten sehr spannend, aber man gewinnt einen ersten wichtigen Einblick in die Arbeitswelt. Nebenjobs können eine richtige Motivation sein, einen Abschluss zu erlagen. Oft sind die Arbeiten nämlich uninteressant und man wünscht sich, die Möglichkeit zu haben, einen besseren Job zu bekommen. Du kannst möglicherweise auch Kontakte knüpfen, die dir später helfen werden, andere Arbeitsstellen zu finden.

Praktika
Oft wird von Studenten verlangt, ein Praktikum zu absolvieren. Es ist ein guter Weg, herauszufinden, was ihr potenzieller zukünftiger Job sein könnte. Ein Praktikum ist eine einige Monate dauernde Arbeitserfahrung in einem Unternehmen, bei dem du eine Festanstellung bekommen könntest, wenn beide Parteien einverstanden sind. Diese Erfahrung ist sehr nützlich, denn die Arbeit hängt eng mit deiner Studienrichtung zusammen und soll dir helfen, relevante Fähigkeiten zu verbessern. Als Beweis dafür, was du gelernt hast, sollte am Ende ein Bericht geschrieben werden. Danach bist du bereit, in die richtige Arbeitswelt einzutreten – daher ist es relativ wichtig, bereits während des Praktikums Kontakte zu knüpfen.

Erasmus
Die letzte Erfahrung, die du vor Abschluss deines Studiums machen kannst, ist Erasmus. Das ist ein Austauschprogramm, dessen Ziel es ist, deine Sprachkenntnisse und Kulturkompetenzen zu verbessern. Ein Aufenthalt kann ein bis zwei Semester dauern, je nach Vereinbarung mit deiner Universität. Da du ein ausländischer Student bist, sollten die Kurse, die du besuchst, nicht allzu schwierig sein – meistens sind es welche aus dem ersten Studienjahr – und du wirst genug Zeit haben, neue Leute kennenzulernen, zu feiern und das Land zu erkunden. Du wirst diese neue, intensive und lange Erfahrung mit neuen Leuten teilen und wahrscheinlich eine starke Verbundenheit zu ihnen entwickeln.

Viele verspüren danach jedoch eine Post-Erasmus-Depression. Dieses neue Leben und den neuen Freundeskreis, den du weit entfernt von deiner Familie aufgebaut hast, zu verlassen, ist schwierig. Nach einem Jahr des Sich-Eingewöhnens, neuen Erfahrungen und dem Gefühl, ein Fremder zu sein, ist es desorientierend, zur vorherigen Routine zurückzukehren.

Nach all diesen Erfahrungen solltest du bereit sein, mit einem genauen Wissen darüber, was dich erwartet, ins Berufsleben zu starten.

Kulturelle Konflikte – was wir aus dem Leben in Gemeinschaft lernen können

Die meisten von uns Praktikanten leben normalerweise in Kleinfamilien, mit ihrem Freund oder ihrer Freundin oder ganz alleine. Daher kann es eine drastische Veränderung sein, wenn wir plötzlich ständig von Leuten umgeben sind, vor allem, wenn diese verschiedenen Kulturen angehören. Jede neue und herausfordernde Situation kann uns allerdings etwas über uns selbst und andere Kulturen beibringen.

Lade deine Batterien auf
Manche Kulturen betonen Kollektivität und Gemeinschaft mehr als andere. In diesen Kulturen ist es normal, zu teilen und gemeinsam Zeit zu verbringen, während in anderen Kulturen Respekt gegenüber der Privatsphäre und des Privateigentums wichtiger ist. Wenn du zur ersten Gruppe gehörst, wird das Leben in der Gemeinschaft einfacher und weniger anstrengend sein, da du deine Energien aus Interaktionen mit anderen beziehst. Mitglieder von individualistischen Kulturen genießen zwar grundsätzlich die Gegenwart anderer, brauchen aber vielleicht Zeit alleine, um ihre Batterien aufzuladen. Es ist jedoch wichtig, dich nicht abzusondern. Du musst nicht bei jeder Aktivität oder Party mitmachen, aber bereitet zum Beispiel eine Mahlzeit zu und esst gemeinsam oder schlag vor, zusammen einen Film zu sehen anstatt ihn alleine in deinem Zimmer anzuschauen. Wenn du dir dein Zimmer teilst, wirst du Alternativen finden müssen, um Zeit alleine verbringen zu können. Indem du zum Beispiel alleine joggen gehst, erschlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du verbringst Zeit alleine und tust gleichzeitig etwas Gutes für deine Gesundheit.

Lerne, Kompromisse zu schließen
Je mehr Leute in einen Entscheidungsfindungsprozess involviert sind, desto schwieriger wird es, einen Konsens zu finden, der für alle akzeptabel ist. Diese Entscheidungen können trivial sein, wie etwa was gekocht werden soll oder was man am Wochenende unternimmt. Obwohl es quasi unmöglich ist, eine perfekte Lösung zu finden, können wir immer versuchen, eine zu finden, die für alle Involvierten akzeptabel ist. Der wichtigste Punkt ist, kompromissbereit und nicht stur zu sein – sei aber auch nicht gleichgültig. Vertritt deinen Standpunkt klar, anstatt dich nicht um das Ergebnis zu kümmern. Einen Kompromiss aus gegensätzlichen Meinungen zu finden, ist schwierig, aber eine Lösung ohne einen klaren Standpunkt als Ausgangslage zu finden, ist unmöglich.

Blick über den Tellerrand
Deine Kultur ist wie eine Brille, die bestimmt, wie du die Welt und die Worte und Gesten anderer wahrnimmst. Es ist unmöglich, sich vorzustellen, wie andere ihre Umgebung wahrnehmen. Zwei Menschen benennen eine Farbe vielleicht zwar gleich, aber wir können uns nicht sicher sein, dass beide sie auf die gleiche Art und Weise sehen. Genauso verwenden zwei Gesprächspartner vielleicht dieselben Wörter in einer Situation, aber assoziieren verschiedene mentale Konzepte, die kulturell bedingt sind, damit. Auch wenn wir unsere Wahrnehmung der Welt nicht ändern können, können wir uns der Tatsache bewusst werden, dass unsere Art, die Dinge zu sehen, weder die einzige noch die beste ist. In einer unklaren Situation ist es besser, die andere Person um eine Erklärung zu bitten. So kannst du Missverständnisse und einen möglicherweise daraus resultierenden Konflikt vermeiden. Dein Gesprächspartner wird sich freuen, etwas über seine Kultur erzählen zu dürfen und du hast die Chance, etwas neues zu lernen und deinen Horizont zu erweitern.

Das Leben in einer Gemeinschaft hält einiges an Konfliktpotenzial bereit, aber wenn du kompromissbereit bist und dir bewusst ist, dass deine Denkweise weder richtig noch falsch, sondern einfach anders ist, ist es eine Möglichkeit, einiges über andere zu lernen. Du wirst toleranter und aufgeschlossener im Umgang mit Mitgliedern fremder Kulturen werden, was für deinen Karriereweg förderlich ist. Ein Global Player zu sein – das heißt, jemand, der zwischen Kulturen vermitteln kann – ist eine Fähigkeit, die sich Arbeitgeber heutzutage von Bewerbern erwarten.

Zusammenarbeit vs. Konkurrenzkampf: Praktikum vs. Hochschulbildung

Wir wissen alle, wie es läuft. Wir wissen, dass Geld Macht bedeutuet und Macht Geld. Wir wissen, dass nichts gratis ist. Wir wissen, dass man durch Machtkämpfe und Anstrengung zu Erfolg gelangt. Das Tier, das einen Chef oder bekannten Richter repräsentiert, ist nicht ohne Grund ein Hai und kein Katzenbaby. Die Frage ist: Ist diese Aggressivität notwendig, um seine Ziele zu erreichen?

Seit Beginn unserer schulischen Karriere werden wir bewertet. Wir werden in Leistungsgruppen eingeteilt und bekommen sogar Betragensnoten. Tests und Examen werden immer alleine geschrieben und sollen unsere Vorbereitung und analytischen Fähigkeiten überprüfen. Lehrer unterstützen den Konkurrenzkampf zwischen Schülern sogar, indem sie sie anspornen, hart zu arbeiten und ihr Bestes zu geben, nicht als Team, sondern als Individuen. In diesem System werden Egoismus und das Ausnutzen von anderen als Voraussetzungen für Erfolg belohnt. Konkurrenzkampf wie an der Schule ist aber nicht der einzige Weg, um deine Ziele zu erreichen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass du einmal alleine vor deinem Computer sitzend arbeiten wirst, ohne mit Kollegen, Dienstleistern oder Kunden in Kontakt zu treten – außer du bist ein Hikikomori. Deshalb musst du wissen, wie man erfolgreich in einem Team arbeitet, eine Brainstorming-Session leitet, das Beste aus jedem Teammitglied herausholt, mit der Gruppe und den Individuen kommuniziert, höflich Verbesserungsvorschläge einbringt und die anderen motiviert. Es ist irrelevant, welche Rolle du im Team verkörperst, denn du wirst mit jedem zusammenarbeiten.

Du kannst diese Fähigkeiten verfeinern, indem du Bücher liest, aber lernen musst du sie in der richtigen Welt, an einer Arbeitsstelle und nicht in einer Bücherei. Der beste Weg, um dich weiterzuentwickeln, ist, ein Praktikum in einer Firma zu absolvieren. Je früher du lernst, einzelne Ideen zu einem gemeinsamen Projekt zu verknüpfen, dich über Probleme auszutauschen und sie zu lösen, desto einfacher wirst du es finden, von der Universität zu einem richtigen Job zu wechseln.

Du musst eine andere Haltung einnehmen: in der Arbeit gibt es keine Noten oder Professoren, sondern Manager und Kundenzufriedenheit. In einem Büro wirst du keinen Tutor finden, der dafür bezahlt wird, sich deine Probleme anzuhören – du wirst sie also alleine lösen müssen, oder indem du mit deinem Chef oder deinen Kollegen sprichst. Das ist kein einfacher Schritt, aber Praxis ist das Karrieresprungbrett. Ein Praktikum ist wie eine Ausbildung, eine Vorbereitung auf deinen zukünftigen richtigen Job, aber mit weniger Verantwortung (die Aufgaben und Verbindlichkeit sind jedoch dieselben wie bei einer bezahlten Stelle).

Wir bei Internship-UK ermöglichen dir, Arbeitserfahrung in verschiedenen Berufsfeldern zu sammeln: Übersetzen, Marketing, Medien, IT, Personalmanagement und vieles mehr. Indem du deine professionellen und kommunikativen Fähigkeiten in einer sicheren und geschützten Umgebung verbesserst, wirst du lernen, mit verschiedenen Herausforderungen umzugehen – ohne die Angst, gefeuert zu werden. Außerdem wirst du bald merken, dass Konkurrenzkampf nicht der einzig richtige Weg ist. Deinen Kollegen zu helfen und im Gegenzug Ratschläge von ihnen zu erhalten ist genauso wichtig wie unabhängig zu sein und selbstständig arbeiten zu können. Anstatt alleine in deinem Zimmer zu lernen (und den Wunsch zu verspüren, deine Bücher zu verbrennen), wirst du von Studenten umgeben sein, mit denen du deine Energien, Ideen und Probleme teilen und lachen kannst.

Werde ein Teil unseres Unternehmens, um deine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, dich persönlich weiterzuentwickeln und eine inspirierende Erfahrung zu machen. Lasst uns nicht ständig gegeneinander konkurrieren, sondern uns daran erinnern, dass wir alle tagtäglich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben.

Ein hervorragender Praktikumsbericht

Wenn du für ein Erasmus-Praktikum zugelassen wirst, wirst du am Ende deines Praktikums einen Bericht über deine Erfahrungen bei deiner Universität abgeben müssen, um Anrechnungspunkte zu bekommen. Dieser Bericht umfasst drei Teile: ein Überblick und grundlegende Informationen über die Firma, bei der du dein Praktikum absolviert hast; eine Zusammenfassung der ausgeführten Tätigkeiten, die speziellen Aspekte des Praktikums, die für dein Studium relevant sind sowie eine kritische Analyse der Probleme, die du hattest. Es ist wesentlich, dass der Bericht kurz und gut geschrieben ist.

Bei der Beschreibung des Unternehmens ist es wichtig, die Ziele der Firma zu erwähnen und wo sie ihren Hauptsitz hat. Andere nützliche Details könnten die Zahl der Länder sein, in denen die Firma aktiv ist, die Zahl der Angestellten und wie hoch der jährliche Umsatz ist.
Gib bei der Beschreibung deiner Aufgaben einen Überblick über die einzelnen Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten; erkläre, wie die Projekte, in denen du involviert warst, aufgebaut waren und welche Ausbildung dafür verlangt wird. Du solltest ausführlich über die Durchführung deiner Arbeit berichten. Erwähne dafür die wichtigsten Daten, Formeln oder Software, die du erstellt oder verwendet hast und gib die Namen und Funktionsweise der verwendeten Maschinen und Geräte an.
Der dritte Teil deines Berichts besteht aus einer Beschreibung, wie diese Arbeitserfahrung zur Entwicklung deiner Karriere, deinen Zielen, deinem persönlichen Wachstum und der Wahl deiner zukünftigen Ausbildung oder Arbeit beigetragen hat. Suche aus all den Kursen, die zu besucht hast, jene aus, die dir am meisten oder am wenigsten bei deinem Praktikum geholfen haben. Beschreibe die Unterschiede zwischen deiner Ausbildung und den von dir verlangten Tätigkeiten beim Praktikum und beurteile, wie viel des Gelernten du anwenden konntest. Bewerte auch, wie zufrieden du persönlich warst und ob du diese Praktikumsstelle anderen weiterempfehlen würdest oder nicht.
Beschreibe im letzten Absatz des Hauptteils die Hindernisse, denen du dich gegenüber gesehen hast. Vielleicht gab es Herausforderungen, denen du dich nicht gewachsen fühltest oder du hast in einem Umfeld gearbeitet, das deinen Erwartungen nicht gerecht wurde. Auf jeden Fall solltest du betonen, dass du trotzdem Professionalität gezeigt und versucht hast, eine Lösung zu finden, die sowohl für dich als auch für deinen Arbeitgeber vertretbar war.

Was den Schreibstil betrifft, solltest du kürzere Absätze vor längeren bevorzugen. Baue die Absätze um einen Einleitungssatz herum auf und schweife nicht ab. Leite die wichtigsten Sätze und Absätze mit Bindewörtern ein, um die Gedanken des Lesers in eine bestimmte Richtung zu führen. Verwende Aktiv statt Passiv, vor allem wenn du von deinen Leistungen erzählst. Die richtige Verwendung von Satzzeichen macht deinen Text übersichtlich. Schreibe in einem ehrlichen und aufrichtigen Ton, vor allem in der Zusammenfassung, wo du den Wert des Praktikums für dich selbst beurteilst.
Vergiss nicht den Anhang: dort kannst du Auszüge deiner schriftlichen Arbeiten, Evaluationsbriefe und andere Dokumente beifügen. Du solltest nur das hinzufügen, was du in einem anderen Teil deines Berichts direkt erwähnt hast. Sei also selektiv und wähle nur die angemessensten und besten Arbeiten aus.

Wenn dein Universitätsvertreter deinen Bericht liest, sollte er klar verstehen, was deine Leistungen während des Praktikums waren. Sei also gründlich und mach eine vollständige Aufzählung, damit dein Praktikum so schnell wie möglich anerkannt wird. Es ist empfehlenswert, deinen Bericht bereits während des ersten Monats vorzubereiten. Mach dir jeden Tag Notizen über deine Aufgaben, sodass du ein Muster hast, dem du folgen kannst, und deinen Bericht schnell schreiben kannst. Je nachdem, wie viele Anrechnungspunkte du brauchst, muss dein Bericht zwischen drei und zwanzig Seiten umfassen. Du solltest dein Augenmerk auf neue oder einzigartige Erfahrungen legen, vor allem im Rahmen der Ziele des Praktikums. Dein Bericht gibt dir auch die Möglichkeit, nach Ende deiner Arbeitserfahrung die wichtigsten Aspekte noch einmal zusammenzufassen und deine eigenen Gedanken zum Programm zum Ausdruck zu bringen.

Wie man selbst in einer komplexen Situation positiv bleibt

Komplexe Situationen können überall und zu jeder Zeit auftreten: dir passiert ein schwerer Fehler bei der Arbeit, du verläufst dich in einem fremden Land oder Ähnliches. Das wichtigste ist, zu lernen, wie man aus einer solchen Situation wieder herauskommt. Während deines Praktikums in New Romney zum Beispiel kann es passieren, dass du den falschen Bus erwischt und in einer anderen Stadt landest. Hier findest du fünf Tips, wie man ruhig bleibt, wenn alles schiefläuft.

Bleib cool
Egal, wie aussichtslos die Situation erscheint: man kann immer eine Lösung finden, wenn man ruhig bleibt. Plötzlicher Stress – auch wenn er manchmal ein normales und natürliches Gefühl ist – verwirrt dich. Atme tief ein und überzeuge dich selbst, dass alles gut gehen wird.

Sei selbstbewusst
Um mit Stress umgehen zu können, musst du an deine Fähigkeiten glauben. Schwierigkeiten können jederzeit auftreten – das Leben ist nicht immer rosig – also sei dir dessen bewusst und sei bereit, schnell eine Lösung für jedes auftretende Problem zu finden. Mangelndes Selbstvertrauen kann eine bereits schlechte Situation noch verschlimmern. Versuche, eine schnelle, aber kluge Lösung zu finden, die du anwenden kannst.

Lern, um Hilfe zu bitten
Angenommen, du bemerkst erst nach einiger Zeit, dass du im falschen Bus bist, und nicht in jenem, der dich ins Büro bringen wird. Welche möglichen Lösungen gibt es?
1. Sag dem Busfahrer, wo du hinmöchtest, und erkläre ihm deinen Fehler.
2. Frag einen hilfsbereiten Passagier um Hilfe und Rat, und steig an der nächsten Haltestelle aus.
3. Ruf deinen Supervisor im Büro an. Er oder sie wird dir bestmöglich helfen können.
Um Hilfe zu bitten, ist keine Schwäche – im Gegenteil, es zeigt davon, dass du bereit bist, dir deine Grenzen einzugestehen. Und vergiss nicht, ruhig zu bleiben, während du mit anderen interagierst.

Lern aus deinen Fehlern
Dir selbst die Schuld zu geben, bringt nichts. Versuch, dich zu überzeugen, dass du dich das nächste Mal besser konzentrieren und weitere Fehler vermeiden wirst. Wie jeder weiß, steckt das Leben voller Risiken und Ungewissheiten, die uns manchmal dazu bringen, falsche Entscheidungen zu treffen. Von deinen Fehlern und Fehlentscheidungen Abstand zu nehmen, hilft dir, zu wachsen. Wenn du dich die ganze Zeit auf dasselbe Problem konzentrierst, hast du keine Möglichkeit, dein Potential für persönliches Wachstum zu nutzen. Dich selbst zu quälen ist das Schlechteste, was du machen kannst.

Ist es wirklich eine komplexe Situation?
Wir müssen versuchen, die Dinge zu relativieren und aufhören zu denken, dass jede Situation komplex, abnormal oder kompliziert ist. Es ist nur ein weiteres Ereignis in deinem Leben, und du wirst damit fertig werden, genauso, wie du mit den anderen fertig geworden bist. Für jedes Problem gibt es eine Lösung; oder besser gesagt, es gibt keine Probleme, sondern nur Lösungen. Es geht nur darum, wie du dich entscheidest, um unerfreulichen Situationen zu entkommen, und nicht darum, dass du dich in der unerwünschten Situation befindest.. Das Beste ist, in die Zukunft zu blicken – rede dir ein, dass die gegenwärtige Lage nur vorübergehend ist und dass die Dinge bald in ihr Gleichgewicht zurückkehren werden.

Zusammenfassung
In der Evolution und natürlichen Auslese verschiedener Spezies haben diejenigen überlebt und sich weiterentwickelt, die am besten mit Stress umgehen konnten. Das ist der beste Grund, dich nicht vom Stress, der durch eine komplexe Situation ausgelöst wurde, erdrücken zu lassen, sondern zu versuchen, dieses Gefühl zu überwinden. Bleib cool!

Praktika: ein guter Weg, um Arbeitserfahrung zu sammeln

Heutzutage ist es für Studenten und Absolventen nicht einfach, einen Job zu finden, weder während ihrer Studienzeit noch nach ihrem Abschluss. Meistens wird praktische Arbeitserfahrung verlangt, wenn man sich für einen Job bewirbt. Unternehmen bevorzugen immer Bewerber mit Arbeitserfahrung im relevanten Berufsfeld. Für ein Praktikum hingegen kann man sich immer bewerben, egal ob man Arbeitserfahrung mitbringt oder nicht. Unternehmen, die Praktika anbieten, verlangen keine praktische Erfahrung, sondern bieten sie an.

Unternehmen, die Praktika anbieten, schaffen Arbeitsplätze für Studenten oder Absolventen. Meistens vermitteln sie zeitlich befristete Stellen (zwischen einem Monat und einem Jahr) an Menschen mit keiner oder nur wenig Arbeitserfahrung. Es gibt allerdings auch potenzielle Nachteile. Praktika sind üblicherweise unbezahlt, manchmal wird aber ein kleines Taschengeld ausbezahlt oder die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden vom Unternehmen getragen. Du darfst dein Praktikum nicht als eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, sehen, und dich nur auf den materiellen und finanziellen Aspekt konzentrieren. Was man von einem Praktikum mitnimmt, sind praktische Erfahrung und Fähigkeiten in einem bestimmten Berfusfeld sowie eine größere Chance, später einmal seinen Traumjob zu finden.

Erstens wird ein Praktikum deinen Lebenslauf aufwerten und du wirst eine wertvollere Kraft auf dem Arbeitsmarkt werden. Die Tatsache, dass jemand ein Praktikum absolviert hat, zeigt dessen Engagement und Interesse, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. In der Schule und Universität eignet man sich normalerweise theoretisches Wissen an, bei einem Praktikum hingegen kannst du deine praktischen Fähigkeiten ausbauen. Zweitens hast du die Möglichkeit, verschiedene Rollen in der Firma auszuprobieren. Je mehr verschiedenes du ausprobierst und lernst, desto mehr Arbeitserfahrung wirst du bekommen und in Zukunft anwenden können. Wenn du dich für einen Job bewirbst, ist es wichtig, dich von den anderen abzuheben, also sammle so viel neue Arbeitserfahrung, wie du kannst.

Versuche, dich an so vielen verschiedenen Aufgaben wie möglich zu beteiligen. Vielleicht bist du dir noch nicht über deine zukünftige Karriere, also wo du einmal arbeiten möchtest, sicher – vermutlich, weil du auch noch nie wirklich in diesem Berufsfeld gearbeitet hast. Durch ein Praktikum in einer bestimmten Sparte wirst du sehen, ob dein Berufswunsch realisierbar ist und ob du diesen Job später ausüben möchtest. Praktika sind grundsätzlich zeitlich befristet, also kannst du eine Karriere “testen”, ohne dich festlegen zu müssen, und herausfinden, ob dir diese Arbeit Freude bereitet.

Praktika sind nützlich, weil man dafür keine Arbeitserfahrung braucht. Unternehmen sind bereit, dich als Praktikant auszubilden und dir die Erfahrung, die du brauchst, zu geben. Später, nach deinem Praktikum, kann es vorkommen, dass dein Arbeitgeber dich in der Firma behalten möchte und dir eine Festanstellung bietet. Ein Praktikum ist also nicht nur ein guter Weg, um Erfahrung zu sammeln, sondern du könntest auch mit einem echten Vollzeitjob belohnt werden. Außerdem ist es ein guter Weg, um Leute kennenzulernen und ein berufliches Netzwerk aufzubauen. Du triffst viele, die später vielleicht nützliche Kontakte sind, denn selbst wenn du nicht in der Firma bleibst, könntest du später interessante Angebote von diesen Bekannten bekommen. Außerdem werden die Referenzen deiner Arbeitgeber, die man vor allem bei Praktika bekommt, deine zukünftigen Bewerbungen aufwerten.

Das Studentenleben im Vereinigten Köngireich : Die Perspektive einer Insiderin

Ich habe mein ganzes Leben lang in Großbritannien gelebt und bin seit zwei Jahren Studentin an der Universität von Stirling, Schottland. Während dieser Zeit habe ich entfernt von zu Hause gewohnt und studiert und bin in eine Kultur eingetaucht, die man “Studentenleben” nennt. Natürlich unterscheidet sich das Studentenleben von Ort zu Ort, aber ich glaube, es gibt einige wesentliche Punkte, die auf alle britischen Universitäten zutreffen. Mir persönlich gefallen alle Aspekte meines Studienalltags hier in Großbritannien und ich würde es zweifelsohne anderen weiterempfehlen.

Zuerst die Theorie: In Schottland dauert es vier Jahre, einen normalen Hochschulabschluss, ein sogenanntes honours degree, zu erlangen, in England drei. Dreijährige Programme sind auch in anderen Teilen Großbritanniens, in Wales und Nordirland verbreitet. Es gibt die Option, in Schottland einen Abschluss ohne Spezialisierung zu machen, der drei Jahre dauert, aber die vierjährige Variante ist üblicher.

Es ist wahrscheinlich, dass man bezahlen muss, um als Ausländer in Großbritannien studieren zu dürfen. Wenn man allerdings eine bestimmte Anzahl von Jahren in Schottland gelebt hat, bevor man sich bewirbt, muss man keine Studiengebühren zahlen. Als EU-Bürger kann man auch andere Rabatte bekommen, da die Heimuniversität bis zu 50% der Studiengebühren übernimmt. Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, sich für ein Stipendium zu bewerben oder während der Ausbildung von einer Firma gesponsert zu werden.

Als Nächstes: Ein Tag an einer typisch britischen Universität. Der Stundenplan einer Woche wird eine Mischung aus Vorlesungen und Seminaren (auch Tutorien genannt) beinhalten. Für jedes Semester wirst du eine vorgeschriebene Anzahl an Modulen (Klassen) auswählen müssen – zwischen zwei und zehn, je nachdem, wie intensiv sie sind. Wenn du deine Module auswählst, werden einige verpflichtend für deine Studienrichtung sein, aber oft haben Studenten eine gewisse Freiheit bei der Auswahl ihrer zusätzlichen Fächer. Im Gegensatz zu anderen Universitäten in Europa muss man keinen Sprachkurs besuchen, außer es wird für deinen Studienabschluss verlangt.

Nun zu den Studentenheimen: Alle Universitäten werden dir dazu raten, für dein erstes Jahr in ein Studentenheim zu ziehen. Dadurch kannst du neue Leute kennenlernen, Freunde finden und lernen, wie alles abläuft. Studentenheime unterscheiden sich voneinander in der Größe, dem Design und der Anzahl an Leuten, mit denen du deine Unterkunft teilst. In meinem ersten Jahr lebte ich auf einem Korridor mit 15 anderen und wir alle teilten uns die Küche, was mir gefiel, da ich so viele Leute kennenlernte. In einem Studentenheim zu wohnen ist eine großartige Erfahrung – alle befinden sich in der gleichen Situation, müssen erst Fuß fassen und versuchen, Freunde zu finden. Auch dein Sozialleben wird davon profitieren, schließlich finden die besten Partys in Studentenheimen statt!

Ein anderer wichtiger Aspekt des Studentenlebens im Vereinigten Königreich ist es, unter der Woche auszugehen. Bars und Nachtclubs haben oft spezielle Partys für Studenten mitten in der Woche, mit niedrigen Eintrittspreisen und günstigen Getränken. In meiner Universität zum Beispiel sind die Dienstage und Donnerstage die Tage, an denen man ausgeht. Natürlich sollte man am nächsten Tag noch in der Lage sein, seine Vorlesungen zu besuchen, aber es ist eine Tradition und man muss nicht bis zum Wochenende warten, um auszugehen und mit seinen Freunden Spaß zu haben.

Ein wichtiger Teil des britischen Studentenlebens sind Universitätsclubs und Sportteams. Viele Universitäten haben lustige Vereine wie zum Beispiel den “Club der Schokoladeliebhaber”, denen man beitreten kann, um neue Freunde zu finden, sich zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Es gibt auch ernsthaftere Clubs wie zum Beispiel den Businessclub, die nützlich für dein Studium sein können. Wer einem Sportverein beitritt, wird Freunde finden und nimmt an Wettbewerben teil. Ich bin zum Beispiel dem Cheerleading-Club beigetreten und es war wirklich ein guter Weg, um neue Leute kennenzulernen.

Nach Großbritannien zu kommen, um auf deinen Abschluss hinzuarbeiten, ist nicht nur gut für deinen Lebenslauf, sondern auch eine großartige persönliche Erfahrung. Die Studentenkultur umfasst vor allem einen sozialen Aspekt. Du wirst die Möglichkeit haben, ständig neue Leute kennenzulernen und einen großen Freundeskreis aufzubauen. Britische Universitäten haben eine großartige Kultur, in die du eintauchen kannst – ich habe es gemacht und empfehle es unbedingt weiter.